06. März 2025

Aufeinander zugehen

Ich habe lange keine Ausbildung gemacht, also keine klassische. Gelernt habe ich auch in den letzten Jahren viel – als Mutter sowieso, aber auch in den unterschiedlichen Jobs. Als Journalistin trifft man ohnehin stets neue Leute, aber auch in der PR geht es fast nie langweilig zu und als Moderatorin: Wer weiß schon, was geantwortet wird?

Nun also Mediation, 1. Stufe, die Einführung steht an. 5 Tage werde ich ins Friedensbildungswerk Köln gehen, ein Ort, der mir bislang völlig unbekannt war. Ein Ort, der eigentlich 2025 neu aufblühen müsste, so nötig ist Frieden überall …

„Meine“ sechsköpfige Gruppe bei der Einführung in die Mediation. Plus Beate Roggenbuck – die Dozentin seht Ihr als Zweite von rechts.

Und natürlich möchte ich Euch hier jetzt nicht langweilen. Wer wissen will, was „man da so lernt“, kann sich auf den Websites dieser Welt kundig machen.

Mehr Frieden und weniger Streit

Aber ich möchte dafür werben, sich mal zu überlegen, wie oft Situationen entstehen, die strittig werden, weil jemand über das Ziel hinausschießt! Und warum das so ist. Und wie das zu vermeiden ist, denn mehr Frieden und weniger Streit wären doch nun aktuell wirklich angesagt, oder?

Gerade ist dieser scheußliche Bundestagswahlkampf zu Ende gegangen. Und als ob darüber nicht alle froh wären, schießt einer weiter, als gäbe es kein Morgen. Nein, ich meine nicht Herrn Trump (mir gefällt übrigens sehr, wenn man den Namen deutsch ausspricht, also ähnlich wie plump). Ich meine den bayerischen Ministerpräsidenten, dem ein Mediationskurs sicher sehr guttun würde.

Elke auf dem Weg zum Friedensbildungswerk

Denn der hat gerade erneut den Noch-Wirtschaftsminister Robert Habeck in seiner Faschingsrede heftig angegriffen, ihn auf „Nimmer-Wiedersehen“ verabschiedet.

Nun wird Robert Habeck das wenig kratzen. Aber 1.: Wie dämlich ist es, jetzt ohne Not solche Sprüche zu klopfen, wo die neue Koalition auch noch auf die Grünen angewiesen sein wird und 2.: Wie „erbärmlich“ (danke für das Wort, Harald Lesch) ist es rein menschlich gesehen, sich so zu benehmen?

Um das Benehmen geht es jedenfalls oft, wenn man die Ausbildung zur Mediatorin macht. Um die Frage also, wie reagiere ich, wie die anderen, was kann ich tun, um Brücken zu bauen. Eine Phase, die mir im Mediationsprozesse besonders gut gefällt, ist die ERHELLUNG. Wenn es also darum geht, etwas tiefer in einen Prozess einzutauchen.

Sie wird auch gern als „Meisterstück oder Herzstück“ der Mediation bezeichnet.

So hat es uns jedenfalls Beate Roggenbuck, unsere Dozentin im Friedensbildungswerk, berichtet und sie macht das schon seeeehr lange. Sie hat mir in ihrer Konzentration und Zugewandtheit sehr gut gefallen. Auch als sie mich, ich war das 1. Mal im Rollenspiel, sanft unterbrach und meinte:

„Du bist schon viel zu lösungsorientiert. Geht noch mal zurück und schaut auf die Motivation jedes Einzelnen.“

Ich werde die nächsten Module in jedem Fall machen. Es hilft nicht nur, das Thema Mediation umfänglich zu verstehen. Es bringt mir auch Hinweise für meine Moderationen und: für das tägliche Miteinander. Denn auch (und gerade) hier ist es ja immer gut aufeinander zuzugehen.

Wer mehr über die Ausbildungsstätte erfahren möchte, hier geht es zum Friedensbildungswerk Köln.

Und einen Mediator, der mich inspirierte, die Ausbildung zu beginnen, habe ich hier interviewt.

 

 

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Ein Kommentar zu “Aufeinander zugehen”


  • Dirk G. Hilbert

    Wir werden Robert Habeck noch sehr vermissen. Die Art und Weise, wie er von seinen politischen Widersachern behandelt wurde, sagt viel über den Politikstil in unserem Land aus – und letztendlich auch über unsere Gesellschaft.

    Als kleine Trivia am Rande: In älteren englischen Texten wurde „trump“ auch im Sinne von „Schwindel, Täuschung oder Trick“ verwendet. Es stammt vermutlich von der Redewendung „trump up“, die bedeutet, etwas zu erfinden oder zu fälschen. Könnte passender kaum sein, oder?


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